Heinz Nixdorf prägte die Entwicklung einer ganzen Region
Paderborn / Hamm. „Heinz Nixdorf zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten Ostwestfalen-Lippes und wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden“, sagte Manfred Müller als Vorsitzender des Westfalen e. V. am Donnerstagabend: „Sein Wirken veränderte seine Heimatstadt Paderborn und die gesamte Region politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich nachhaltig. Wir brauchen wieder einen solchen Aufbruch, eine westfälische Agenda 2030!“
Mit der Veranstaltung „Heinz Nixdorf, die Digitalisierung und die Politik“, würdigten der Westfalen e. V. und der Paderborner Bürger-Schützen-Verein von 1830 e. V. in Kooperation mit dem Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) einen der bedeutendsten Computer-Pioniere der Geschichte und bekennenden Westfalen.
Mit dem Aufbau der Nixdorf Computer AG schuf Heinz Nixdorf eines der größten europäischen IT-Unternehmen und machte Paderborn zu einem bedeutenden Technologiestandort. Sein Engagement für Ausbildung, Forschung und die Universität Paderborn gab der regionalen Politik entscheidende Impulse und stärkte Ostwestfalen-Lippe im Wettbewerb um Fördermittel und Fachkräfte.
Zuvor hatte der Geschäftsführer des HNF, Dr. Jochen Viehoff, den Abend in das Nixdorf Jubiläumsjahr eingeordnet. Es sei das Ziel dieser Veranstaltungen im ganzen Jahr nicht nur Nixdorfs zu gedenken, sondern vielmehr Impulse aus seiner Arbeit und Haltung für die Gestaltung der Zukunft zu ziehen.
„Zur regionalen und bundesdeutschen Politik pflegte Heinz Nixdorf ein ambivalentes Verhältnis“, skizzierte ihn HNF-Bereichsleiter Dr. Christian Berg in einem Impulsvortrag mit Original-Filmdokumenten: „Langwierige bürokratische Prozesse waren für ihn ein Hindernis. Dennoch verstand er es, politische Strukturen geschickt für seine Ziele, Paderborn und Ostwestfalen-Lippe zu nutzen.“
Staatssekretär Richter: Digitalisierung und Modernisierung des Staates
Im Anschluss stellte Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, die Digitalisierungs- und Modernisierungsagenda der Bundesregierung für Staat und Verwaltung. „Wir müssen wirkungsstärker werden und es einfach schaffen, die Fachlichkeit mit der Technik zusammenzubringen“, sagte Richter. Kernziele des Ministeriums seien es, den Menschen den Zugang zur Verwaltung zu erleichtern, einen starken Impuls für den Wirtschaftsstandort zu setzen und die Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik zu erhöhen.
In seinem Impulsvortrag stellte Dr. Markus Richter verschiedene Digitalisierungs- und Modernisierungsprojekte der Bundesregierung, vor. Beispielsweise arbeite man im Rahmen von Innovationspatenschaften daran, aufwendige Genehmigungsverfahren mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz deutlich zu beschleunigen.
Ebenso sei die Einführung eines digitalen Wallets für den Personalausweis, Führerschein, Fahrzeugschein und weiteren Dokumenten geplant. Auch andere Dienstleistungen könnten in dieses Wallet integriert werden: „Wenn wir den Staat modernisieren wollen, schaffen wir es nicht allein. Wir müssen die Infrastruktur so zur Verfügung stellen, dass sie in den Alltag integriert wird.“
Dr. Markus Richter unterstrich, dass die Staatsdigitalisierung und -modernisierung unser aller Leben betreffen und einfacher machen werde: „Wir haben alle Chancen die Zukunft zu gestalten und wollen diese auch nutzen. Sonst werden es diese ChatGPT’s dieser Welt tun.“
Die über 100 Gäste waren vom Vortrag begeistert und diskutierten bei einem Umtrunk noch lebhaft mit Dr. Markus Richter und 100 Jahre Heinz Nixdorf. Vor Beginn der Veranstaltung nutzten einige Teilnehmende die Möglichkeit, das Heinz Nixdorf Museum als größtes Computer-Museum der Welt zu besichtigen.
Der Paderborner Bürger-Schützen Verein war Mitveranstalter – „aus Liebe zum städtischen Idol Heinz Nixdorf“. Er überreichte dem Staatssekretär ein ganz besonderes Paderborn-Wappen aus Messing zur Erinnerung an seine Rede im größten Computer-Museum der Welt, dem HNF.
Fotos: Sergei Magel (HNF), Stephan Ohlmeier (Westfalen e. V.)
Titelbild (v. l.): Bernd Zengerling (Oberst PBSV), Manfred Müller (Vorsitzender Westfalen e. V. und Landrat a. D.), Hans-Bernd Janzen (stellvertretender Landrat ), Dr. Jochen Viehoff (Geschäftsführer HNF), Staatssekretär Dr. Markus Richter, Dr. Christian Berg (HNF), Michael Dreier (Bürgermeister a. D.), Christoph Dammermann (Geschäftsführer Stiftung Westfalen-Initiative).











